Warum schmeckt Jungbullensteak nicht und wie funktioniert eigentlich der Kuhhandel?

Man könnte meinen, dass die Konsumenten in Deutschland beim aktuellen Fleischkonsum (60kg/Person/Jahr) halbwegs Bescheid wissen, was sie kaufen müssen damit es gut schmeckt. Oder zumindest, dass sie eine Ahnung davon haben was das BIO Label in diesem Markt bedeutet und wie man mit seinem Konsumverhalten zur Reduzierung von Massentierhaltung beiträgt. In der Realität sind die meisten Verbraucher aber ziemlich ahnungslos. Das betrifft sogar die selbsternannten BBQ Könige, die bei jeder Gelegenheit den Grill anschmeißen. Die Gründe davon sind vielfältig und nicht zuletzt liegt es an den bestehenden Handelsstrukturen (Oligopole), unserer Preiserwartung (möglichst günstig), unserem Konsumverhalten (jetzt sofort) und irreführendem Marketing. Der letzte Punkt führt dazu, dass wir bei Labeln wie „Jungbullensteak“ oder „Roulade von französischer Färse“ an gute Qualität bzw. guten Geschmack denken. Beides ist falsch.

Darüber haben ich am letzten Wochenende einen Podcast mit meinem Schwiegervater aufgenommen. Wir reden über die Fleischqualität verschiedener Rinderrassen, über Haltungsarten, Ernährung der Rinder und natürlich über den Handel von Rindern. BIO lohnt sich für die meisten Produzenten in diesem sehr oligopolistischen Markt leider nicht und das liegt vor allem an unserem Kaufverhalten. Passionierte Fleischesser können nach dem Podcast auf jeden Fall deutlich qualifizierter einkaufen. Sie kennen den Unterschied zwischen Bullen- und Färsenfleisch und verstehen, warum sich nur ca. 10% des Fleisches eines Rind für den ganz normalen Grillabend eignen, außer man grillt vor allem Hackfleisch. Für mich neu war die Erkenntnis, dass das von Block House gestartete Rinderzuchtprogramm mit Uckermärker Rindern vielleicht gar nicht so gut für ein Steakrestaurant geeignet ist. Auf jeden Fall ein schönes Interview für einen Grillsonntag. In den nächsten Podcast Ausgaben geht es dann wieder um ganz klassische E-Commerce Themen. Viel Spass beim Hören & Grillen.

Dieser Beitrag ist zuerst auf Kassenzone.de erschienen

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